Hauptbahnhof wieder frei: Verdächtiger Koffer voller Wolle

17.05.2021 Eine Sperrung des Erfurter Hauptbahnhofs am Montag nach dem Fund eines verdächtigen Trolleys ist wieder aufgehoben worden. Der Inhalt des Gepäckstücks stellte sich als harmlos heraus. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, in dem Koffer seien Reisegegenstände, Kleidung und sehr viel Wolle gewesen. Die Eigentümerin des an einem Bahngleis am Montag vergessenen Gepäckstücks habe sich gemeldet. Die zur möglichen Entschärfung des Trolley-Inhalts herbeigerufenen Fachleute hätten nach Abgleich mit ihren Untersuchungen den Koffer geöffnet und dann Entwarnung gegeben, sagte Sprecher Karsten Täschner.

Polizist in Uniform. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zuvor mussten Reisende, Mitarbeiter von Geschäften und andere Menschen, die sich im Bahnhof befanden, das Gebäude verlassen. Züge der Deutschen Bahn (DB) mussten vor dem als wichtiger Verkehrsknotenpunkt geltenden Bahnhof warten oder wurden umgeleitet, wie eine DB-Sprecherin sagte. Sie rechnete mit einigen Stunden, bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert habe.

Auch der Bereich um den Bahnhof war gesperrt worden, wie Täschner sagte. Das wirkte sich auf den Straßenbahn- und Busverkehr in der Stadt aus, die den Bahnhof nicht anfahren durften. Zudem waren auch Container vor dem Bahnhof, in denen Corona-Tests durchgeführt werden, vom Sperrbereich betroffen.

An dem vermeintlich herrenlosen Koffer hatte ein Sprengstoffsuchhund angeschlagen. Die feine Nase des Tieres habe möglicherweise auf die viele Wolle reagiert, die die junge Besitzerin aus dem Erfurter Umland in dem Koffer dabei hatte, erklärte Täschner. Wolle sei so beschaffen, dass sie viele Partikel speichere. Je nachdem, wo diese gelagert werde, könnten sich Rückstände von Stoffen dort absetzen, auf die solche Spezialhunde reagierten.

Auch wenn die junge Frau den Koffer unabsichtlich habe stehen lassen, sei der Vorfall aus Sicht der Polizei kein Kavaliersdelikt, sagte Täschner. Sie müsse nun damit rechnen, für den Einsatz der rund 50 Polizeibeamten zur Kasse gebeten zu werden. Gerade auch deshalb sei es ihr aber anzurechnen, dass sie sich gemeldet habe und der Einsatz so abgekürzt werden konnte.

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