«Backhaus bei Insektenschutz gegen Bauernverband

10.02.2021 Im Streit um das Insektenschutzpaket der Bundesregierung hat Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) den Landesbauernverband kritisiert. Er sprach am Mittwoch von einem «dauernden Lamento». Der Verband hatte mit Enttäuschung auf das am Mittwoch in Berlin verabschiedete Paket reagiert, das unter anderem ein Verbot des Einsatzes von Glyphosat ab 1. Januar 2024 und Maßnahmen gegen den Rückgang der Insekten in Deutschland vorsieht.

Der Umwelt- und Agrarminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD). Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Der Bauernverband führt ins Feld, dass fast jeder zweite Hektar im Land bereits heute nach den Vorgaben des Greenings oder eines Agrarumweltprogramms bewirtschaftet werde», erklärte Backhaus. Das bedeute aber auch, dass auf der anderen Hälfte der Flächen keine Maßnahmen ergriffen würden, die dem Klima oder dem Umweltschutz dienten. «Wir reden hier über weit mehr als 600 000 Hektar», machte der Minister klar.

Der Bauernverband kehre zudem unter den Teppich, dass die Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen bezahlt würden. «Allein im vergangenen Jahr hat das Land für elf Programme 70 Millionen Euro an die teilnehmenden Landwirte ausgezahlt.» Für die Jahre 2014 bis 2020 standen demnach 380 Millionen Euro zur Verfügung.

Am Dienstag hatten in Stralsund rund 200 Landwirte gegen die neuen Auflagen demonstriert. «Mit den jetzigen Plänen werden Landwirte dafür bestraft, über Jahrzehnte artenreiches Grünland und wertvolle Streuobstwiesen gepflegt zu haben», hatte der Präsident des Bauernverbandes MV, Detlef Kurreck, erklärt. Der Landesbauernverband gehörte zu den Organisatoren des Protestes. Die Landwirtschaft brauche gute Übergangsbedingungen, hieß es. Auch den Bauern liege der Insektenschutz am Herzen.

Backhaus betonte, er wisse, dass die Landwirtschaft derzeit vor riesigen Herausforderungen stehe. Jede zusätzliche Anforderung tue da weh. «Aber wir stehen als Gesellschaft als Ganzes vor der Herausforderung, mehr für den Klimaschutz, mehr für die Artenvielfalt und mehr für sauberes Wasser zu tun. Niemand kann sich davon ausnehmen.» Er erwarte vom Bauernverband konkrete Lösungsvorschläge «statt eines dauernden Lamentos».

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