Kontakte und Shopping ab 8. März möglich: Günther zufrieden

04.03.2021 Etwas mehr Freiheit für die Menschen, mehr Luft für den Handel und Hoffnungssignale für andere Bereiche - Bund und Länder sind einig über neue Öffnungsschritte in der Pandemie. Ministerpräsident Günther zeigt sich erfreut.

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, spricht. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schleswig-Holstein geht in der Corona-Pandemie wie ganz Deutschland weitere Öffnungsschritte, entschärft die sehr strengen Kontaktregeln und erweitert die Einkaufsmöglichkeiten. Nach mehrstündigen zähen Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich Regierungschef Daniel Günther (beide CDU) in der Nacht zum Donnerstag sehr zufrieden. Im Laufe des Tages will die Jamaika-Koalition entscheiden, inwieweit die Möglichkeiten im Einzelhandel konkret erweitert werden. Darüber informiert Günther dann auch den Landtag in einer Sondersitzung des Parlaments.

Bund und Länder hätten sich auf einen «echten Perspektivplan» mit «realistischen Öffnungsschritten» verständigt, sagte Günther nach Mitternacht. Gelockert werden auch im Norden die Kontaktregeln.

Grundsätzlich verständigten sich Bund und Länder darauf, den Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland bis zum 28. März zu verlängern. Zudem einigten sie sich auf einen Stufenplan für Lockerungen in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen.

Schleswig-Holstein stand am Mittwochabend bei 47,7 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Zudem lagen weiterhin 10 von 15 Kreisen und kreisfreien Städten unter der 50-er Inzidenz. Am Vortag hatte der Norden mit 46,4 den niedrigsten Wert aller Bundesländer. Für Mittwoch lagen die Werte anderer Länder noch nicht vor.

Nach den Bund-Länder-Vereinbarungen sind von Montag an Treffen von bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt, Kinder bis 14 Jahren nicht mitgezählt. Dabei werden auch getrennt wohnende Paare als ein Hausstand betrachtet - dafür hatte sich Günther eingesetzt. Derzeit darf sich ein Hausstand nur mit einer weiteren Person treffen; Begegnungen von zwei Paaren sind also noch untersagt.

Offen ist unter anderem noch, wie es im Einzelhandel ab Montag genau weitergeht. Die Minimallösung wäre Termin-Shopping nach dem Modell «Click and Meet». Dabei können Kunden in einem ansonsten geschlossenen Geschäft einkaufen und sich beraten lassen, wenn sie dafür einen Termin vereinbart haben. Bisher ist es abgesehen von Supermärkten, Gartencentern und einigen anderen Läden nur möglich, telefonisch oder online bestellte Ware abzuholen. Ob es über Termin-Shopping hinaus zu weiteren Schritten kommt, ist offen. Der Norden liegt zwar unter der dafür maßgeblichen 50-er Inzidenz, aber nur knapp.

Er sei sehr froh darüber, dass aus dem Bund-Länder-Beschlusspapier alles gestrichen wurde, was einem Osterurlaub eine Absage erteilt hätte, sagte Günther. Über Möglichkeiten eines Osterurlaubs wollen Bund und Länder am 22. März entscheiden.

Mit der vereinbarten neuen Kontaktregel könne Schleswig-Holstein gut umgehen, sagte Günther. Er hatte am Freitag noch als weitergehendes Ziel verkündet, Treffen von fünf Personen oder zwei Haushalten zu ermöglichen.

Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern können schon bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 neuen Fällen je 100 000 Einwohner Läden, Museen, Zoos, botanische Gärten und Gedenkstätten unter Auflagen wieder öffnen. Unterhalb einer 50-er Inzidenz soll dies deutlich leichter gehen.

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