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Forderung zum Frauentag: Schluss mit Benachteiligungen

07.03.2021 - 51 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer sind weiblich - insgesamt leben rund 927 000 Frauen und Mädchen im Freistaat. Landtagspräsidentin Birgit Keller sowie Vertreter von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen forderten einen Tag vor dem Internationalen Frauentag am 8. März eine echte Gleichstellung von Frauen mit Männern. Das gelte für ihre Bezahlung, ihre Stellung in den Familien oder ihrem Zugang zu Führungspositionen.

  • Birgit Keller, die Landtagspräsidentin in Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Birgit Keller, die Landtagspräsidentin in Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Wir sind als Gesellschaft noch entfernt von einer echten Geschlechtergerechtigkeit. Das zeigt sich zum Beispiel bei ungleichen Löhnen und bei der unausgeglichenen Verteilung von Pflegearbeit von Kindern und älteren Menschen», sagte Keller. In der Corona-Pandemie zeige sich, dass es vielfach Frauen seien, die für das Funktionieren der Gesellschaft sorgten.

Thüringens Landesfrauenrat fordert Männer auf, einmalig 5,7 Prozent ihres Nettomonatsgehalts zu spenden. Das sei der Anteil, den Frauen in Thüringen weniger verdienten als Männer - «weil sie Frauen sind».

Die Landesgleichstellungsbeauftragte Gabi Ohler erklärte, es sei schwierig, «jeden noch so kleinen Fortschritt als Gewinn anzusehen, wenn der Stillstand oder gar Rückschritt den Alltag vieler Frauen bestimmt». Nötig seien Fortschritte unter anderem bei der Verteilung von Eltern- und Sorgearbeit, bei Elternzeit und Einkommen sowie dem Schutz vor Gewalt.

Die Linke in Thüringen schrieb einen Frauenpreis 2021 aus. Die andauernde Ungleichheit zwischen den Geschlechtern werde durch die Corona-Pandemie und ihrer Folgen noch verstärkt, erklärte sie. Vereine, Initiativen und Projekte können sich für den Frauenpreis selbst bewerben oder vorgeschlagen werden.

Nach Angaben der Landesarbeitsagentur arbeitet jede zweite Frau in Thüringen in Teilzeit, aber nur zehn Prozent der Männer. In der Pandemie seien mehr Frauen in die Grundsicherung gerutscht als Männer. 90 Prozent der Alleinerziehenden seien Frauen.

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