Bundesgartenschau auf der Kippe?: Ramelow hegt noch Hoffnung

13.04.2021 Das Konzept für die Bundesgartenschau in Erfurt wurde bereits mit Blick auf Corona angepasst. Nach jüngsten Plänen aus Berlin scheint nun aber die Eröffnung wackelig. Für Thüringens Regierungschef ist die letzte Messe noch nicht gelesen.

Der Titel der Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ steht am Giebel der ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dap/th) - Damit die Bundesgartenschau in Erfurt eröffnen kann, hofft Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow auf Nachbesserungen bei den Änderungsplänen des Infektionsschutzgesetzes. «Ich gehe davon aus, dass wir die Buga in sehr reduzierter Form eröffnen können», sagte der Linken-Politiker der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Er plädiere dafür, den Freiluftbereich auf einem 42 Hektar großen Areal mit beschränkter Besucherzahl auch in den kommenden Wochen offen zu halten. Touristische Reisen seien ja ohnehin nicht möglich.

Er hoffe darauf, dass die Bundestagsfraktionen im Infektionsschutzgesetz noch eine klare Unterscheidung zwischen Innen- und Außenbereich vornehmen werden, sagte Ramelow. «Wir müssen den Menschen Möglichkeiten geben, sich im Freien bewegen zu können.» Das gelte auch für botanische Gärten oder Zoos. Er hoffe auf eine Klarstellung im Infektionsschutzgesetz. «Es kann nicht sein, dass der allgemeine Schlosspark offen ist und die Bundesgartenschau geschlossen wäre», nannte Ramelow als Beispiel, als er am Dienstag zu einer Vorabbesichtigung der Ausstellung auf dem Gelände der Bundesgartenschau (Buga) unterwegs war.

Das Bundeskabinett beschloss am Dienstag Änderungen des bundeseinheitlichen Infektionsschutzgesetzes. Diese sehen unter anderem vor, dass bei bestimmter Infektionsentwicklung auch zoologische und botanische Gärten schließen müssen. Davon könnte dann die Buga betroffen sein, die am 23. April in Erfurt eröffnet werden soll. Allerdings muss der Bundestag den Änderungen noch zustimmen und auch der Bundesrat ist noch gefragt.

Wörtlich heißt es in dem Beschluss-Passus des Bundeskabinetts: «Die Öffnung von Einrichtungen wie Theatern, Opern, Konzerthäusern, Bühnen, Musikclubs, Kinos mit Ausnahme von Autokinos, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten sowie zoologische und botanische Gärten sowie entsprechende Veranstaltungen sind untersagt.» Nach der aktuellen Thüringer Corona-Verordnung dürfen Zoos und botanische Gärten dagegen unter Auflagen ihre Außenbereiche für Publikum öffnen.

Welche Unsicherheiten die aktuelle Lage für die Buga mit sich bringt zeigte sich am Dienstag auch bei der Vorabbesichtigung der Ausstellung «Paradiesgärten - Gartenparadiese», die Ramelow besuchte. Die Schau hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in der ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul auf dem Petersberg, einem Hauptstandort der Buga in Erfurt eingerichtet. Sie soll unter anderem Einblicke in die Entwicklung von Gartenanlagen gewähren und setzt dabei auch auf multimediale Elemente. Unter anderem ist dabei ein virtueller Wasserfall zu sehen.

Wann die Schau für Besucher zugänglich ist, sei allerdings noch unsicher. Zwar dürfen der aktuellen Thüringer Corona-Verordnung zufolge botanische Gärten wie auch Zoos und Tierparks seit dem
10. April öffnen. Doch in geschlossenen Räumen ist noch kein Publikumsverkehr erlaubt. «Wir öffnen, sobald die Bestimmungen das erlauben», sagte ein Stiftungssprecher. Das setzt aber voraus, dass auch die Buga überhaupt öffnen darf.

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