Stralsunder OB: Schiffbau gehört zur «DNA» der Stadt

10.02.2021 Der Stralsunder Oberbürgermeister will sich nach der Ankündigung eines drastischen Stellenabbaus auf den MV Werften für einen Erhalt aller drei Werftstandorte einsetzen. «Dafür mache ich mich mit ganzer Kraft stark» teilte Alexander Badrow (CDU) am Mittwoch mit. Der Schiffbau gehöre zur «DNA» von Stralsund. «Diese Tradition von fast 700 Jahren werfen wir in Stralsund ganz sicher nicht tatenlos über Bord.»

Alexander Badrow, Oberbürgermeister von Stralsund, hat symbolisch das Steuerrad des Segelschiffes «Gorch Fock» übernommen. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Schiffbau in Stralsund habe Zukunft. Es brauche Personal für die Fertigstellung des Expeditionskreuzfahrtschiffes «Endeavor 1». Auch für die «Endeavor 2» seien große Teile des Materials bereits vor Ort. «Es erscheint mir schlauer, in diese großartigen Schiffe zu investieren statt in die Arbeitslosigkeit.» Der Kreuzfahrtmarkt werde sich entgegen gegenteiliger Meinungen wieder erholen. «Und spätestens dann werden auch die Schiffe aus Stralsund gebraucht.» Das Thema Stellenabbau sei nicht neu. Es sei nicht von den MV Werften gewollt, sondern an die Bedingungen zum Schutzschirm des Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes geknüpft.

Am Dienstagabend waren die Beschäftigten der Werften in Wismar, Rostock und Stralsund in einer Video-Botschaft über den geplanten Stellenabbau informiert worden. Dem Vernehmen nach stehen 1200 von insgesamt 3100 Arbeitsplätzen zur Disposition. In Kürze sollen Verhandlungen über einen sozialverträglichen Stellenabbau, einen Interessenausgleich für Betroffene und die Bildung einer Transfergesellschaft aufgenommen werden.

Genting Hongkong hatte die MV Werften 2016 übernommen, um Kreuzfahrtschiffe für den eigenen Bedarf zu bauen. Aufgrund der Corona-Krise brachen die Kreuzfahrten jedoch weltweit weg. Weil damit eine der wichtigsten Einnahmequellen des Konzerns verloren ging, gerieten auch die Werften in Schieflage und der Bau der Kreuzfahrtschiffe ins Stocken.

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