Sechs «naive» Minuten, bitteres Eigentor: Für Derby lernen

21.03.2021 Die Liga-Pause ist gut für die Köpfe. Im 2:5 bei Eintracht Frankfurt sieht Union-Trainer Fischer jedoch keine Zeichen von Spannungsabfall. Einige Aufträge für seine Profis aber hat der Schweizer schon verteilt. Denn der nächste Gegner heißt am 4. April Hertha BSC.

Unions Trainer Urs Fischer. Foto: Uwe Anspach/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das kuriose Eigentor von Robert Andrich und sechs «naive» Minuten sollen die Profis des 1. FC Union für das kommende Berlin-Derby zusätzlich anstacheln. «Den Gegner so einzuladen, daraus musst du lernen», betonte Trainer Urs Fischer nach einem 2:5 in Frankfurt, das in vieler Hinsicht als besonders in die Saison-Historie eingeht. Der Tore-Doppelpack von Max Kruse reichte am 26. Spieltag nicht. «Wir haben fünf, sechs Großchancen, sind jedoch fahrlässig mit unseren Möglichkeiten umgegangen», sagte Fischer.

Der Schweizer hat seinen Profis für die kommenden Spiele bereits einen klaren Auftrag erteilt. «In sechs Minuten haben wir uns naiv verhalten. Es war zu einfach für die Eintracht», sagte der Chefcoach des Berliner Fußball-Bundesligisten am Tag nach der Niederlage, die von drei Gegentoren zwischen der 35. und 41. Minute geprägt wurde. Schon mit Blick auf das Derby gegen Hertha BSC nach der Länderspiel-Phase sollen seine Spieler daraus die Lehren ziehen. Fischer forderte mehr Kompaktheit und eine bessere Organisation: «Wir müssen immer kompakt und eklig sein.»

Vorwürfe aber wollte der Trainer seinem Team und speziell dem Eigentorschützen nicht machen. Einen Spannungsabfall, weil die Eisernen praktisch schon den Klassenerhalt gesichert und weiterhin sogar Chancen auf einen europäischen Startplatz haben, hat Fischer nicht erkannt. «Wir gehen auf das Feld, um zu gewinnen. Das hat die Mannschaft einmal mehr gezeigt», betonte der 55-Jährige. «Das hat auch nichts damit zu tun, ob es um Europa geht oder nicht.» Mit 38 Zählern bleibt Union auf Tabellenrang sieben, der am Saisonende die Teilnahme an der Europa Conference League bringen könnte.

Beim Eigentor von Andrich, der aus größerer Entfernung ins eigene Netz traf, sei «einiges» schiefgelaufen, sagte Fischer: «Unglücklich, das geschieht, das ist Fußball. Es ist ein Fehlerspiel.» Und nach dem 1:2 wären «auch noch genügend Minuten zu spielen» gewesen. «Wegen des Fehlers habe ich eine schlaflose Nacht, aber das passiert. Die Niederlage tut dann aber schon mehr weh», sagte Andrich selbst.

Die nun anstehende Pause, in der Fischer vor allem für die Akteure der zweiten Reihe am Donnerstag einen Test gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig angesetzt hat, «tut den Jungs gut», bemerkte der Trainer: «Ich gehen davon aus, dass es keinen Bruch in der Leistungsfähigkeit gibt.»

Sechs Spieler stellt Union zu ihren Auswahl-Mannschaften ab. Da Großbritannien nicht mehr als Virusvariantengebiet eingestuft ist, reist Kapitän Christopher Trimmel nun doch mit Österreich nach Schottland. Der Däne Marcus Ingvartsen, der Norweger Julian Ryerson und der Finne Joel Pohjanpalo sind mit ihren Nationalmannschaften in der WM-Qualifikation unterwegs. Verteidiger Nico Schlotterbeck steht im deutschen U21-Aufgebot für die EM. Petar Musa wurde zur kroatischen U21 eingeladen, obwohl ihn eine leichte Blessur plagt.

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